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In der niederländisch-sprachigen Film- und Theaterlandschaft ist er eine Institution: der Schauspieler Jan Decleir.
 
Nach dem Studium der bildenden Künste besuchte er die Theaterschule Antwerpen (Hoger Institut voor Dramatische Kunst Studio Herman Teirlinck) und lernte die Schauspielkunst.
 
Sein Kinofilmdebüt feierte der Flame 1971 in Roland Verhaverts bemerkenswerter Chronik einer Leidenschaft. Im gleichen Jahr spielte Decleir an der Seite von Willeke van Ammelrooy in Fons Rademakers' Mira. Die belgische Produktion des niederländischen Regisseur wurde gleich für einen Oscar als bester nichtenglischsprachiger Film nominiert.
 
Danach folgten Filme wie Verloren Maandag (1973), die Hendrik Conscience-Verfilmung Jan, der Söldner (1974), die Sozial-Studie Verbrande Brug (1975, Regie: Guido Hendrickx, die moderne Variante von Felix Timmermans' Pallieter (1975), Sil de strandjutter (1976), De Proefkonijen (1980, Regie wieder Guido Hendrickx),
Twee vorstinnen en een vorst (1981) und Het Verleden (1982).
 
Parallel stand Jan Decleir auch immer wieder auf der Bühne. Er spielte etwa in Hugo Claus’ Jan zonder vrees (1980) und Gilles (1988), in den beiden Dario Fo- Stücken De Tijger en andere verhalen (1982) und Obscene Fabels (1983), in Pjeroo Roobjees Het offer is te kort (1984) und Wolfsklem (1986).
 
1983 verfilmte Regisseur und Literat Hugo Claus mit Der Löwe von Flandern einen der populärsten flämischen Romane von Hendrik Conscience. Neben Frank Aendenboom, Theu Boermans und Julien Schoenarts übernahm auch Jan Decleir eine tragende Rolle in diesem Mittelalter-Epos.
 
Anschließend drehte Jan Decleir mit Regisseur Robbe De Hert Zware jongens (1984) und wieder an der Seite von Frank Aendenboom das historische Drama Het Gezin Van Pamel (1987). Als 1990 Hugo Claus nach seinem eigenen Stück das Drama Das Sakrament verfilmte waren Aendenboom und Decleir wieder mit von der Partie.
 
Im gleichen Jahr drehte Jan Decleir unter der Regie von Stijn Coninx noch an der Seite des in Belgien populären Komikers Urbanus die Komödie Koko Flanel. Hier traf Decleir nach langer Zeit auch wieder auf Willeke Van Ammelrooy.
 
1992 übernahm Decleir in Coninx' Biografie Priesterder Entrechteten über das Leben des Priesters Daens die Hauptrolle. Dieses beeindruckende Drama, das die jämmerlichen Zustände in Arbeitersiedlung um die Jahrhundertwende schildert, wurde wiederum für einen Oscar nominiert.
 
In einer der besten Sjöwall/Wahlöö-Verfilmungen, Beck (1992), spielte Jan Decleir eindrucksvoll die Rolle des mittlerweile zum TV-Helden erkorenen Kommissars Martin Beck. 1993 folgte die belgisch-britische Produktion Anchoress.
 
Außerdem arbeitete Decleir häufig fürs belgische Fernsehen. Er spielte in Guido Hendrickx' Mini-Serie Moeder, waarom leven wij", der Weihnachtsserie
Dag Sinterklaas (beide 1993) - hier spielte er den Weihnachtsmann -, den Mr. Zaterdag in Ons geluk (1995) und den König in der Märchenserie Kulderzipken (1996).
 
1995 sieht man ihn wieder in Marleen Gorris’ ungewöhnlicher Frauen-Chronik Antonias Welt an der Seite von Willeke Van Ammelrooy. Dieser Film erhielt dann tatsächlich einen Oscar als bester nichtenglischsprachiger Film, ebenso wie zwei Jahre später das Vater-und-Sohn-Drama Karakter, in dem Decleir als Despot brilliert.
 
Weitere Filme mit Jan Decleir: conf. Curriculum Vitae

- English Version

Jan Decleir (°1946) is one of Belgiumʼs most renowned actors. He began his career on the stage, where he formed part of companies such as the KNS, De Internationale, Nieuwe Scène and De Blauwe Maandag Compagnie. In addition, he also toured extensively, performing theatre monologues by writers such as Dario Fo and Hugo Claus. 
In the early 70ʼs, Jan Decleir made his film debut in Mira. He gained international recognition with his portrayal of the priest Daens in Daens a film by Stijn Coninx, a film that received an Oscar nomination for Best Foreign Film. Jan Decleir also delivered remarkable lead performances in Oscar-winning films. In Antonia we see him assume the character of the rather withdrawn neighbour Bas. In Karakter, he portrayed the uncompromising bailiff Dreverhaven. The Memory of a Killer even known as De zaak Alzheimer, in which Jan Decleir plays the assassin Led, is another film that gained international recognition in 2003. In the US, there were even comparisons made with film greats such as Robert De Niro, Dennis Hopper, Anthony Hopkins and Gene Hackman. He was awarded for Best Actor at the 2005 Montreal Film Festival for his role as John Roerhorst in Off Screen. Further there were roles in films such as Verlengd Weekend in 2005, Wolfsbergen, Man zkt vrouw, Les barons, Flying Home, ... In Flemish TV series he had a lot of guest and supporting roles in Stille Water, Matroesjka's, De Kavijaks, Kulderzipken and many many more. 

Recently he portrayed in TV fiction series Met Man En Macht and Den Elfde van den Elfde. In 2016 he performed in Doden Hoek a film by Nabil Ben Yadir. From now on you will see Jan in a new VRT series Tytgat Chocolat. 

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